Stoßwellentherapie
(hoch- und niederenergetisch)

Hochenergetische Stoßwellentherapie

Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT)

Bereits seit 20 Jahren werden Stoßwellen in der Medizin eingesetzt. Zunächst erfolgte ein Einsatz in der Urologie, wobei mit großem Erfolg durch die Stoßwellen Nierensteine zertrümmert wurden. Hiermit konnte häufig ein operativer Eingriff umgangen werden.

Ihren Siegeszug setzte die Methode Ende der 80er Jahre in der orthopädischen Therapie fort, als es gelang, damit schlecht heilende Knochenbrüche zur Ausheilung zu bringen.

Da die Stoßwellen von außen in den Körper einwirken, wird die Therapie seither als "extrakorporale Stoßwellentherapie" bezeichnet.

 

Was sind eigentlich Stoßwellen?

Physikalisch betrachtet sind die Stoßwellen besonders kurze Schallimpulse von sehr hoher Energie, die sich wellenförmig im Körper ausbreiten. An der Wellenfront steigt der Druck innerhalb kurzer Zeit extrem schnell an u. erreicht hohe Werte (ähnlich wie beim Überschallknall eines Flugzeuges oder einem Silvesterknaller).

Wegen der hohen Druckunterschiede werden erhebliche Kräfte an Grenzflächen (z. B. zwischen Weichteilen und Kalkdepot) freigesetzt, welche zur berührungslosen Zertrümmerung des Kalkdepots führt.

 

Wo kann die Stoßwellentherapie helfen?

Mittlerweile wird bei vielen verschiedenen orthopädischen Diagnosen die Stoßwellentherapie eingesetzt.

Die Hauptindikationen sind:

    • Fersensporn
    • Kalkschulter
    • Tennisellenbogen, Golferellenbogen
    • schlecht verheilende Knochenbrüche

weitere Indikationen sind:

    • Schleimbeutelentzündungen an der Hüfte
    • Achillessehnenentzündungen
    • Entzündungen an der Kniegelenksscheibenspitze (Patellaspitzensyndrom)

Die Praxisinhaber führen seit 1996 diese Stoßwellentherapie mit großem Erfolg durch.

Durch eigene Untersuchungen konnten beim plantaren Fersensporn 84 %, bei der

Kalkschulter 87 % und bei dem Tennisellenbogen 70,5 % sehr gute bis gute Ergebnisse

erzielt werden.

 

Niederenergetische Stoßwellentherapie

Die radiale Stoßwellentherapie (Abkürzung: RSWT) eignet sich besonders gut zur Behandlung von chronischen Gelenk-, Sehnen- und Bänderschmerzen.

Die radialen Stoßwellen sind Schallwellen, die sich über die Hautoberfläche in das menschliche Gewebe hinein ausbreiten. Der Körper reagiert darauf mit einer erhöhten Stoffwechselaktivität um die Schmerzzone herum. Dadurch werden die natürlichen Selbstheilungsprozesse des Körpers angeregt und beschleunigt. Das Ergebnis ist eine rasche Linderung der Schmerzen, mit der sich in vielen Fällen eine sonst fällige Operation vermeiden lässt.

Anwendungsgebiete:

    • Tennisellenbogen, Golferellenbogen (= schmerzhafte Sehnenansatzreizung am Ellbogen).
    • Fersensporn (= meist chronische, schmerzhafte Entzündung am Fersenbein).
    • Achillodynie (= entzündliche Veränderung des Sehnenansatz an der Kniescheibe).
    • Tibiavorderkantensyndrom (=Belastungsschmerz an der Schienbeinkante).
    • Bursitis trochanterica (=Schleimbeutelentzündung oder Sehnenansatzentzündung am Hüftknochen).


Komplikationsarmes Verfahren

In seltenen Fällen treten Blutergüsse oder eine kurzzeitige Verstärkung des Schmerzes auf. Andere Komplikationen sind bisher nicht beschrieben.

Kosten der Stoßwellentherapie

Einzigster Wermutstropfen ist, dass die Stoßwellentherapie nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird. Die meisten Privatkassen übernehmen die Kosten.

Die Behandlung lässt sich nur mit hohem personellen und apparativen Aufwand durchführen. Trotzdem ist bei Berücksichtigung der Risiken von Narkose und Operation mit stationärem Krankenhausaufenthalt die Stoßwellentherapie ein kostengünstiges Verfahren.









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